In unserer Schule wird Klassengemeinschaft und Kommunikation sehr groß geschrieben. Besonders in der Übertrittsphase von der Volksschule in die AHS ist es wichtig, Schüler dabei zu unterstützen, sich in ihrer neuen Umgebung zu etablieren und ihren Platz in der neuen Gruppe zu finden.

Deshalb findet in den ersten Klassen 14-tägig im Anschluss an den Vormittagsunterricht jeweils eine KlaKo-Stunde mit dem Klassenvorstand statt. Angepasst an die jeweilige Klassensituation werden unterschiedliche Themen angesprochen, die im regulären Unterricht zu wenig Platz haben, aber eine wichtige Grundlage für die soziale Entwicklung der Klasse sind.

Die Jugendlichen werden darin unterstützt, ein Gespür für ein respektvolles Miteinander, Anteilnahme am Nächsten und Hilfsbereitschaft zu entwickeln.

Wir sprechen über:

• Anliegen der SchülerInnen

• Konflikte

• die Mitgestaltung des Schulalltags

• das Pflegen der Klassengemeinschaft

  

Der "KlaKo"-Tag

findet in den ersten Schulwochen statt.

Durch ausgewählte Spiele und Übungen werden an diesem Tag die Selbstkompetenz und die Kommunikationsfähigkeit auf körperlicher und verbaler Ebene gefördert.

 

 Zwei inhaltliche Blöcke - unterbrochen und aufgelockert durch Spiele wie das Planetenspiel

mein Ich-Häferl(Die Kinder stehen im Kreis, Spielleiter wirft einem Kind einen Ball (Softball) zu, dieses Kind wirft nach freier Wahl einem anderen Kind den Ball zu usw., sodass jedes Kind den Ball einmal bekommt. Diese "Planetenbahn" muss man sich merken, und zwei bis mehrere Durchgänge müssen in der selben Reihenfolge wiederholt werden. Zur Steigerung können zwei oder mehr Bälle ins Spiel eingebracht werden.)

Prinzessin-Drache-Ritter

((nach dem Prinzip Schere-Stein-Papier) Zwei Gruppen spielen gegeneinander, jede Gruppe muss sich auf eine Figur einigen und auf Kommando des Spielleiters präsentieren die beiden Gruppen gleichzeitig die Figuren; Darstellung der Figuren: Prinzessin - rechte Hand auf dem Scheitel, einmal am Stand im Kreis drehen; Ritter - Ausfallschritt nach vorne, Präsentieren einer symbolischen Lanze; Drache - fauchen und Krallen zeigen (Imponiergehabe) Prinzessin schlägt Ritter (becircen), Ritter schlägt Drachen, Drache schlägt (frisst) Prinzessin. Es werden 3-5 Runden gespielt, die Gruppe mit den meisten Punkten hat gewonnen (Taktik, Einschätzen des Gegenübers)

oder Affe-Palme-Elefant

(Kinder stehen im Kreis, eines steht in der Mitte, zeigt auf ein anderes und sagt dazu einen Begriff (Affe, Palme, Elefant, Toaster oder Waschmaschine); dieses Kind und seine Nachbarn sollen die Figur darstellen, jeniges, das einen Fehler in der Darstellung macht, kommt in die Mitte.

Palme
mittlere Position - Arme nach oben strecken, linker und rechter Nachbar sind Hunde, heben das der Palme zugewandte Bein und simulieren die Markierung eines Rüden.

Elefant:
mittlere Position - rechte Hand zur Nase, linker Arm zwischen Kopf und Unterarm als Rüssel durchstecken, linker Nachbar bildet mit linkem Arm das linke Ohr des Elefanten, indem der Arm über den Kopf geführt wird, rechter Nachbar umgekehrt.

Toaster
mittlere Position - hüpft am Stand (symbolisiert fertigen Toast), linker und rechter Nachbar reichen einander vor und hinter dem mittleren Kind die Hände.

Waschmaschine
mittlere Position - Hüfte kreisen lassen (Wäsche rotiert in der Trommel), linker und rechter Nachbar siehe Toaster.

Affe
mittlere Position verschließt mit beiden Händen den Mund, linker Nachbar verschließt mit beiden Händen die Augen, rechter Nachbar verschließt mit beiden Händen die Ohren.

- haben die LehrerInnen mit den SchülerInnen an diesem Tag erarbeitet.)

Im ersten Teil wurde die Selbstwahrnehmung trainiert. Dazu erstellten die Kinder eine sog.

"Ich-Collage" ( Anleitung: Die Kinder sollen aus Zeitschriften eine Collage mit dem Titel "Ich: (was ich gerne mache, Freizeit, ...) zusammenstellen (Bilder, Symbole, Texte, Gedichte). Auswertung: Nach Fertigstellung soll jedes Kind sein Bild einem anderen vorstellen und erklären.)

bzw. eine "Freizeittorte" (Jedes Kind malt einen Kreis auf sein Blatt und zeichnet die Menge der Freizeitaktivitäten (Zeitrahmen: eine Woche oder ein Monat) ein. Je nach Zeitaufwand entstehen ungleich große Stücke. Am Rand der Torte wird die geschätzte Zeit eingetragen. Nach Fertigstellung werden die Freizeittorten mit zwei anderen Personen verglichen. Auswertung: Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Freizeitaktivitäten gibt es? Habt ihr Anregungen für eure persönliche Freizeitgestaltung bekommen? Könnt ihr euch bei gleichen Interessen vorstellen, diese gemeinsam durchzuführen?)

In der Übung "Ich-Häferl"

Das Bild zum Ich-Häferl

(Schreibe zuerst in den Sockel des Ich-Häferls deinen Namen. Danach zeichne den Flüssigkeitsspiegel so hoch wie es deinem momentanen Selbstwertgefühl entspricht: je besser, desto höher. Nun schreibe in die "Flüssigkeit" die Eigenschaften, Verhaltensweisen und Fertigkeiten, die du heute an dir wahrnimmst und die zu deinem Selbstwertgefühl (egal ob niedrig oder hoch) beitragen (ca. 10 Minuten). In einem zweiten Schritt lege das Blatt auf deinen Platz und gehe herum. Schreibe zu den Pfeilen auf den Blättern deiner SchulkollegInnen die Stärken und Fähigkeiten, die du an ihnen bemerkst und bewunderst. Auf diese Art füllst du ihr Selbstwert-Häferl mit zusätzlicher Flüssigkeit. Nimm dir für dieses Geschenk an die anderen Zeit (ca. 15 Minuten)! Wenn möglich, soll noch Zeit für Fragen im Plenum bleiben (5-10 Minuten). Vielleicht bietet sich ein Pausengespräch dazu an?)

machten sich die Kinder ihre Stärken und Fähigkeiten bewusst und erhielten von den MitschülerInnen auch eine Rückmeldung durch das ergänzende Fremdbild. Jede Übung wurde durch eine angeleitete Reflexion im Plenum abgeschlossen.

 

Im zweiten Teil trainierten die Kinder, ihre Gefühle zu erkennen, auszudrücken und Mimik und Gestik bei der Vermittlung von Gefühlen einzuschätzen.

Die SchülerInnen hatten die Gelegenheit, die Methode der sog. Ich-Botschaften kennen zu lernen und zu erproben.

(Üblicherweise verwenden wir oft sog. Du-Botschaften z.B. "Du bist eine blöde Kuh!". Gemeint ist vielleicht: "Ich bin so enttäuscht von dir, dass du mein Geheimnis weitererzählt hast!" Das ist eine Ich-Botschaft, die klarer zum Ausdruck bringt, was wirklich das Problem ist. Der Nachteil der Du-Botschaft ist, dass sie oft wie ein Vorwurf oder Angriff wirkt. Das kann dazu führen, dass der andere aggressiv darauf reagiert. Der Streit wird sich dadurch verschärfen.)

Zum pädagogischen Wert von Spielen:

Spielende Schüler/innenSpiele...


sind ein gutes Antidramatraining ("...hoffentlich fällt mir was ein, hoffentlich mache ich keinen Fehler" - innere Blockaden lösen sich) bringen uns ins "Hier und Jetzt" helfen uns, aufeinander zu achten helfen uns, den Umgang mit Autoritäten zu üben steigern die Frustrationstoleranz können uns entspannen trainieren die Konzentration


Was dieser Tag sonst noch gebracht hat:
Die Kinder konnten sich erleben, spüren und lebendig fühlen. Das konnten wir LehrerInnen beobachten (nonverbale Mitteilung) und die SchülerInnen haben es auch verbal ausgedrückt.
Aussagen aus Kindermund wie: "Wir wollen jede Woche/jeden Monat einen Klakotag!" bestärken uns LehrerInnen in unseren Bemühungen.
Die Kinder konnten einander anders als im normalen Schulalltag wahrnehmen, es fand eine andere Kommunikation zwischen den Kindern und mit den LehrerInnen statt.
Für uns LehrerInnen war es eine positive Erfahrung, die Kinder aus einer anderen Perspektive zu sehen. Dadurch konnte sich eine andere Beziehungsebene eröffnen.

Konzept Klakotag:

Das Konzept und die Inhalte zu diesem Projekttag wurden durch die Arbeitsgruppe Soziales Lernen am GRG3 entwickelt.

(Text dieses Beitrags: Edith Kainz)