Im Rahmen von Kursen bietet sich vor allem den jungen Schüler/Innen unserer Schule die Möglichkeit, dem eigentlichen Mittelpunkt des schulischen Tuns auf die Spur zu kommen, nämlich dem Lernen. Der Unterricht wird geblockt an 4 Nachmittagen im 1.Semester für 1.Klassen abgehalten. Die SchülerInnen befassen sich dabei in kleinen Gruppen mit Lern- und Entspannungstechniken.

 


Es fällt von Jahr zu Jahr stärker auf, dass dieser Kurs bereits in der Vorstellungsphase bisweilen quasi als selbstverständliches Routineprogramm, als ein Teil des staatlich verordneten Pflichtunterrichtes gedeutet wird. Dies liegt wohl nicht zuletzt an dem Umstand, dass manche SchülerInnen bereits einige Kenntnisse im Bereich Lernen Lernen mitbringen, diese Kenntnisse aber großenteils nicht durch eigene, ursprüngliche Lernerfahrungen – gleichsam in einem im normalen Lebensprozess integrierten Rahmen – erworben wurden, sondern in einem recht frühen Kindheitsstadium von außen (durch unterschiedliche Medien etc.!) an die Kinder herangetragen worden sind. Dies führt leider nicht selten dazu, dass derart geprägte Kinder Lernen nicht als Ihres erleben und demzufolge oft schon recht früh Abwehrsymptome zeigen, bevor sie an unserer Schule mit Lernen Lernen in Berührung kommen:

Es steht in der modernen Pädagogik außerhalb jeder Diskussion, dass ein junger Mensch – und nicht nur, aber vor allem er (!!) - genügend Zeit, Raum und einen lebendigen Austausch des Erlebten bzw. Erlernten mit seiner Umwelt benötigt, um all seine Eindrücke und Erlebnis-se wirklich nachhaltig verarbeiten zu können.

Diese Gedanken dienen als Hintergrund, wenn wir mit den SchülerInnen der ersten Klassen arbeiten, wenn im Rahmen der Kurse Lernvorgänge ablaufen und anschließend gemeinsam reflektiert werden, die in möglichst geringem Maße außengesteuert sind. In diesem Kontext steht selbstverständlich dann auch nicht der Erwerb von Lerntechniken im Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit; diese können immer nur Vehikel, nie das Eigentliche des Lernens sein. Wenn sie diese spezifische Funktion erfüllen, können sie allerdings sehr wertvolle Dienste leisten. In einer ersten Reflexionsphase innerhalb der Lehrerschaft, die im November erfolgte, wurde festgehalten, dass zum einen eine genaue Evaluation der ersten Phase von großer Wichtigkeit sei, dass aber darüber hinaus auch an vertiefenden Fragen interessierten SchülerInnen noch weitere Angebote gemacht werden sollten. Die Evaluation wurde gegen Ende des ersten bzw. zu Beginn des zweiten Halbjahres durchge-führt. Interessant war hier vor allem, dass die meisten SchülerInnen ihre Erfolgs- bzw. Misserfolgserlebnisse nahezu ausschließlich an Noten festmachten. Individuelle Lernfortschritte bzw. eine Verbesserung im Umgang mit Lerntechniken spielten eine völlig untergeordnete Rolle. Daran wird sich wohl erst dann etwas ändern, wenn auch innerhalb des Unterrichtsall- tags die in den Kursen von Lernen Lernen angedachten und ansatzweise bzw. exemplarisch vollzogenen Schritte immer wieder angesprochen, diskutiert, den persönlichen Bedürfnissen angepasst und geübt werden.
Gegen Ende des Schuljahres nahmen schließlich einige SchülerInnen die Möglichkeit wahr, im Rahmen einer zweistündigen Einheit ihre Sinne zu schärfen. Diese Einheit traf trotz de späten Termins auf ein solch positives Echo, dass den zukünftigen ZweitklässlerInnen im kommenden Schuljahr nochmals zwei Termine zu dieser Thematik angeboten werden. W.W.